Wiegeschein · Gutschrift · Kontrollbeleg
Wiegeschein prüfen:
mit dem eigenen Gewicht nachfragen.
Der Wiegeschein des Entsorgers entscheidet, was Sie für Ihren Schrott bekommen. Prüfen können Sie ihn nur, wenn Sie selbst eine Zahl haben. Mit einer Containerwaage notieren Sie das Gewicht vor der Abholung und halten es gegen Wiegeschein und Gutschrift.

Kurzantwort
Einen Wiegeschein prüfen heißt: Gewicht, Materialklasse und Preis der Gutschrift mit eigenen Daten vergleichen. Beim Gewicht geht das nur mit einem eigenen Wert, zum Beispiel von einer Waage unter dem Container.
Das lohnt sich: rund 12 % der Entsorger-Rechnungen enthalten Fehler, nach unserer Erfahrung aus der Rechnungsprüfung, bei Gewicht, Materialklasse oder Preis.
Wichtig: Ihr eigenes Gewicht ist ein Kontrollbeleg, kein Abrechnungsbeleg. Die Waagen sind eichfähig, im Standard nicht geeicht. Maßgeblich bleibt die geeichte Waage des Entsorgers; Ihr Wert ist das Argument, um gezielt nachzufragen.
Kontrollbeleg statt Bauchgefühl
Wer keine eigene Zahl hat, kann nur glauben.
Viele Betriebe prüfen Gutschriften auf Plausibilität: Passt die Tonnage ungefähr zur letzten Abholung? Bei Spänen, Stanzabfällen oder Mischschrott schwanken die Mengen aber, und eine Abweichung von einigen Hundert Kilo fällt so nicht auf. Über ein Jahr und viele Abholungen kann daraus ein spürbarer Betrag werden.
Mit einem eigenen Gewicht wird aus dem Bauchgefühl eine Liste: Datum, Behälter, Ihr Wert, Wert des Entsorgers. Weichen die Zahlen immer wieder in dieselbe Richtung ab, ist das ein sachlicher Anlass für ein Gespräch. Die Waage dafür: CMS 7000 für Mulden ab 90 € im Monat oder CMS 9000 für Abrollcontainer ab 250 € im Monat.
Was eine Abweichung bedeutet
Nicht jede Differenz ist ein Fehler.
Zwischen Ihrem Hof und der Waage des Entsorgers können sich Gewichte verändern, etwa wenn Kühlschmierstoff von Spänen abläuft. Auch der Zeitpunkt der Ablesung spielt eine Rolle. Deshalb geht es nicht um die einzelne Abholung, sondern um das Muster über mehrere Monate. Hintergründe zu Spänen stehen unter Schrott und Späne wiegen.
Gewicht ist zudem nur einer von drei Punkten. Eine zu niedrig eingestufte Materialklasse oder ein abweichender Preis je Tonne wirkt genauso auf die Gutschrift. Diese beiden prüfen Sie gegen Ihren Vertrag; mehr dazu im Artikel Rechnungsprüfung in der Entsorgung.
Unterschied
Wiegeschein des Entsorgers und eigener Kontrollbeleg
| Merkmal | Wiegeschein Entsorger | Eigener Kontrollbeleg |
|---|---|---|
| Gemessen auf | Geeichter Waage des Entsorgers | Eichfähiger Waage unter Ihrem Container, im Standard nicht geeicht |
| Zeitpunkt | Nach dem Transport | Vor der Abholung, am Entstehungsort |
| Rechtliche Rolle | Grundlage der Abrechnung | Kontrollwert, Argument zum Nachfragen |
| Wer hat die Zahl | Der Entsorger, Sie sehen sie später | Sie, sofort |
| Prüft Materialklasse und Preis | Nein | Nein, dafür der Vertrag |
Alle Waagen und Preise: Containerwaage · Abgleich mit Software: ICON-System
Ablauf
Wiegeschein prüfen in drei Schritten.
- 01
Eigenes Gewicht notieren
Vor jeder Abholung den Wert am Terminal ablesen und mit Datum und Behälter festhalten.
- 02
Gegen Gutschrift halten
Gewicht, Materialklasse und Preis je Tonne der Gutschrift mit Ihrer Liste und dem Vertrag vergleichen.
- 03
Muster ansprechen
Wiederholte Abweichungen in eine Richtung mit dem Entsorger klären, Wiegedaten anfordern.
Häufige Fragen zum Wiegeschein
Wie prüfe ich einen Wiegeschein vom Entsorger?
Vergleichen Sie vier Dinge: Datum und Behälter der Abholung, das Nettogewicht, die angegebene Materialklasse und den Preis je Tonne laut Vertrag. Beim Gewicht brauchen Sie einen eigenen Vergleichswert, etwa von einer Waage unter dem Container. Ohne eigenes Gewicht können Sie nur auf Plausibilität prüfen.
Ist mein eigenes Gewicht ein gültiger Abrechnungsbeleg?
Nein. Die Waagen von e-findo sind eichfähig, im Standard aber nicht geeicht. Abgerechnet wird über die geeichte Waage des Entsorgers, und dessen Wiegeschein bleibt maßgeblich. Ihr eigenes Gewicht ist ein Kontrollbeleg: ein sachliches Argument, um bei Abweichungen nachzufragen und eine Erklärung zu verlangen.
Wie häufig sind Entsorger-Rechnungen fehlerhaft?
Aus unserer Erfahrung in der Rechnungsprüfung: rund 12 % der Entsorger-Rechnungen enthalten Fehler. Die Fehler liegen beim Gewicht, bei der Materialklasse oder beim Preis. Absicht steckt nicht immer dahinter; oft sind es Zuordnungs- oder Erfassungsfehler.
Was mache ich, wenn Wiegeschein und eigenes Gewicht abweichen?
Eine einzelne kleine Abweichung kann normale Ursachen haben, etwa abtropfender Kühlschmierstoff bei Spänen. Auffällig wird es, wenn die Werte über mehrere Abholungen in dieselbe Richtung abweichen. Dann fragen Sie mit Ihren notierten Werten beim Entsorger nach, verlangen die Wiegedaten und besprechen, wie die Differenz entsteht.
Geht die Prüfung auch mit Software?
Ja, mit der ICON-Software. Die Waage überträgt jedes Gewicht per Funk ins Portal. Dort steht Ihr Messwert neben dem Wiegeschein, und eine Abweichung beim Gewicht sehen Sie sofort, ohne Listen abzutippen.
Eigene Zahlen für die nächste Gutschrift?
Wir zeigen Ihnen, welche Waage zu Ihren Containern passt und wie die Prüfung mit oder ohne Software abläuft. Kostenlos und unverbindlich.