Der klassische Weg kostet Sie Marge
Ihr Unternehmen —> Zwischenhändler —> Schmelzwerk.
So funktioniert die Wertschöpfungskette bei Metallschrott in den meisten Industrieunternehmen. Der Zwischenhändler kauft günstig bei Ihnen. Verkauft teuer ans Schmelzwerk. Die Marge? Bleibt bei ihm.
Und das sind keine Randbeträge. Bei einem mittelständischen Produktionsbetrieb mit 500 Tonnen Metallschrott pro Jahr kann die Differenz zwischen Händlerpreis und Schmelzwerkspreis schnell 80.000 bis 150.000 EUR betragen — Geld, das Ihrem Unternehmen direkt als Ertrag verloren geht.
Aktuelle Marktpreise: Was Ihr Schrott wirklich wert ist
Die Schrottpreise schwanken mit den Rohstoffmärkten, bewegen sich aber auf einem Niveau, das Direktvermarktung hochattraktiv macht. Orientierungswerte (Stand Q1 2026, Durchschnittspreise frei Schmelzwerk):
| Metallfraktion | Börsenpreis / Schmelzwerkspreis | Typischer Händler-Ankauf | Ihre Margenverlust |
|---|---|---|---|
| Stahlschrott (E3) | 310-340 EUR/t | 210-250 EUR/t | ca. 80-100 EUR/t |
| Edelstahl (V2A) | 1.400-1.600 EUR/t | 1.000-1.200 EUR/t | ca. 350-450 EUR/t |
| Aluminium (Drehspäne) | 1.200-1.400 EUR/t | 800-950 EUR/t | ca. 350-450 EUR/t |
| Aluminium (Bleche/Profile) | 1.600-1.800 EUR/t | 1.100-1.300 EUR/t | ca. 400-550 EUR/t |
| Kupfer (blank) | 7.800-8.200 EUR/t | 6.500-7.000 EUR/t | ca. 1.100-1.400 EUR/t |
| Messing | 4.200-4.600 EUR/t | 3.200-3.600 EUR/t | ca. 900-1.100 EUR/t |
Die Differenz zwischen dem, was Ihr Schrott am Schmelzwerk wert ist, und dem, was der Zwischenhändler Ihnen zahlt, liegt je nach Metallfraktion zwischen 25% und 35%. Bei Edelstahl und Kupfer sind die absoluten Beträge besonders signifikant.
Warum der Zwischenhändler so viel verdient
Der Schrotthändler erbringt drei Leistungen: Er sammelt Material von mehreren Quellen, sortiert und bündelt es, und liefert es in schmelzwerkstauglichen Mengen. Dafür hat er Berechtigung auf eine Marge.
Das Problem: Diese Marge ist in vielen Fällen unverhältnismäßig hoch, weil der Industriebetrieb keine Transparenz über den tatsächlichen Marktwert seines Schrotts hat. Ohne Börsenpreisvergleich akzeptieren viele Unternehmen den Ankaufspreis des Händlers als gegeben — ohne zu wissen, dass sie 30% oder mehr unter Marktwert verkaufen.
Hinzu kommt: Bei sortenreinem Schrott aus der industriellen Produktion (Stanzabfälle, Drehspäne, Frässpäne) entfällt der Sortieraufwand weitgehend. Der Zwischenhändler verdient seine volle Marge, obwohl er nur noch Logistik und Bündelung übernimmt.
Was wäre, wenn Sie den Zwischenhändler überspringen?
Direktvermarktung an die Schmelzindustrie. Über 32-Tonnen-Großbehälter (ESB). Logistik inklusive.
Ergebnis: 31% mehr Ertrag. Bei gleichem Material.
Das ist kein neues Verfahren. Das ist einfach der kürzere Weg. Und er ist möglich, sobald Sie die Mindestmengen erreichen und die Logistik stimmt.
Wie der Eco Storage Bridge (ESB) funktioniert
Der Eco Storage Bridge (ESB) von e-findo ist das zentrale Element der Direktvermarktung. Es handelt sich um 32-Tonnen-Großbehälter, die speziell für die industrielle Schrottlogistik entwickelt wurden. So läuft der Prozess im Detail:
Aufstellung und Einrichtung
Die ESB-Behälter werden direkt auf Ihrem Betriebsgelände platziert — idealerweise in der Nähe der Schrottanfallstellen. Die Positionierung wird im Vorfeld mit Ihrer Werkslogistik abgestimmt, um kurze Wege und effiziente Befüllung sicherzustellen. Pro Fraktion wird ein separater Behälter aufgestellt, um die Sortenreinheit zu gewährleisten.
Befüllung im Produktionsalltag
Ihre Mitarbeitenden befüllen die ESB-Behälter im normalen Produktionsablauf — genauso wie sie heute Ihre bestehenden Schrottmulden befüllen. Der Unterschied: Die größeren ESB-Behälter müssen seltener abgeholt werden, was die Logistikkosten senkt und den Betriebsablauf weniger stört.
Integrierte Wiegesensorik erfasst den aktuellen Füllstand und das Gewicht automatisch. Diese Daten fließen in Echtzeit ins ICON-System und ermöglichen eine präzise Planung der Abholungen.
Abholung und Transport zum Schmelzwerk
Sobald ein Behälter das Zielgewicht erreicht, wird automatisch die Abholung ausgelöst. Der volle Behälter wird per LKW direkt zum Schmelzwerk transportiert und durch einen leeren ersetzt. Kein Umschlag beim Zwischenhändler, kein zusätzlicher Transportweg.
Die Logistik wird komplett von e-findo koordiniert. Sie müssen weder Spediteure beauftragen noch Termine mit Schmelzwerken abstimmen.
Abrechnung zu Börsenkonditionen
Die Abrechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Börsenpreise (LME/Eurofer) zum Zeitpunkt der Anlieferung am Schmelzwerk. Sie erhalten den Schmelzwerkspreis abzüglich einer transparenten Logistik- und Servicepauschale — und damit deutlich mehr als beim Verkauf über den Zwischenhändler.
Alle Preise, Gewichte und Abrechnungen sind im ICON-System jederzeit einsehbar und nachvollziehbar dokumentiert.
Zwischenhändler vs. Direktvermarktung: Der vollständige Vergleich
| Kriterium | Zwischenhändler | Direktvermarktung (ESB) |
|---|---|---|
| Verkaufspreis | Händler-Ankaufspreis | Börsenpreis abzgl. Service |
| Preistransparenz | Gering, Händler setzt Preis | Voll, Börsenreferenz einsehbar |
| Typische Marge-Differenz | — | +25-35% mehr Ertrag |
| Wiegedaten | Vom Händler ermittelt | Eigene IoT-Sensorik + Schmelzwerk-Waage |
| Datenqualität (CSRD) | Gutschriften, eingeschränkt prüfbar | Primärdaten, audit-fähig |
| Logistik-Aufwand für Sie | Gering | Gering (e-findo koordiniert) |
| Behälter-Stellfläche | Kleine Mulden | Größere ESB-Behälter |
| Mindestmenge | Keine | ca. 30t/Monat pro Fraktion |
| Abholfrequenz | Wöchentlich/nach Bedarf | Bei Zielgewicht (seltener) |
| Vertragsbindung | Oft 12-24 Monate | Flexibel |
Mindestmengen nach Metallfraktion
Damit Direktvermarktung wirtschaftlich sinnvoll ist, braucht es ausreichende Mengen pro Fraktion. Hier die Richtwerte:
- •Stahlschrott (E1-E3): ab ca. 50 Tonnen pro Monat
- •Edelstahl (V2A/V4A): ab ca. 20 Tonnen pro Monat
- •Aluminium (Späne): ab ca. 15 Tonnen pro Monat
- •Aluminium (Stücke/Profile): ab ca. 20 Tonnen pro Monat
- •Kupfer/Messing: ab ca. 5 Tonnen pro Monat (aufgrund des hohen Materialwerts)
Bei Mengen unterhalb dieser Schwellen kann der Zwischenhandel weiterhin der richtige Weg sein. In vielen Fällen lässt sich durch Bündelung mehrerer Standorte oder Fraktionen die Schwelle erreichen. Eine individuelle Analyse zeigt, wo Direktvermarktung sich lohnt und wo nicht.
Welche Branchen profitieren am meisten?
Direktvermarktung rechnet sich besonders in Branchen mit regelmäßigem, sortenreinem Metallanfall:
Automotive-Zulieferer: Stanzabfälle, Drehteile und Frässpäne fallen in hohen Mengen und gleichbleibender Qualität an. Typisch: 100-500 Tonnen Stahlschrott plus 20-80 Tonnen Aluminium pro Monat.
Metallverarbeitende Industrie: Schlossereien, CNC-Fertiger und Blechbearbeiter produzieren sortenreine Fraktionen, die ohne Sortierung direkt verwertbar sind.
Maschinenbau: Beim Zuschnitt und der Bearbeitung von Stahl, Edelstahl und Aluminium fallen kontinuierlich verwertbare Reststoffe an.
Elektro- und Kabelindustrie: Kupfer- und Messingabfälle haben aufgrund des hohen Materialwerts das größte Einsparpotenzial bei der Direktvermarktung.
Gießereien: Kreislaufmaterial und Angüsse können sortenrein gesammelt und direkt an Schmelzwerke zurückgeführt werden.
Umweltvorteile der Direktvermarktung
Direktvermarktung ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch sinnvoll:
- •Kürzere Transportwege: Der Umweg über den Schrotthändler-Hof entfällt. Das spart im Durchschnitt 30-40% der Transportkilometer und damit CO2-Emissionen.
- •Weniger Umschlagvorgänge: Jeder Umschlag verbraucht Energie und birgt das Risiko von Materialvermischung. Direktvermarktung reduziert die Umschläge von 3-4 auf 1-2.
- •Bessere Recyclingqualität: Sortenreines Material, das ohne Vermischung beim Zwischenhändler direkt ins Schmelzwerk gelangt, erzielt höhere Recyclingquoten.
- •CSRD-konforme Dokumentation: Die lückenlose Erfassung der Materialströme liefert gleichzeitig die Primärdaten für Ihren Nachhaltigkeitsbericht. Mehr dazu in unserem Artikel CSRD & Primärdaten.
Rechenbeispiel: Mittelständischer Automotive-Zulieferer
Ein konkretes Rechenbeispiel verdeutlicht das Potenzial:
- •200 Tonnen Stahlschrott pro Monat: Mehertrag +85 EUR/t = +17.000 EUR/Monat
- •40 Tonnen Aluminium-Drehspäne pro Monat: Mehrertrag +400 EUR/t = +16.000 EUR/Monat
- •10 Tonnen Edelstahl pro Monat: Mehrertrag +400 EUR/t = +4.000 EUR/Monat
Gesamt: +37.000 EUR pro Monat, also +444.000 EUR pro Jahr.
Abzüglich der ESB-Servicekosten verbleibt ein Nettoeffekt von typischerweise 250.000-350.000 EUR pro Jahr. Wie hoch Ihr individuelles Potenzial ist, besprechen wir gerne in einer kostenlosen Erstberatung.
Preistransparenz: Warum Börsenreferenzen entscheidend sind
Ein zentrales Problem bei der Vermarktung über Zwischenhändler ist die fehlende Preistransparenz. Die meisten Industrieunternehmen kennen den tagesaktuellen Börsenpreis ihrer Metallfraktionen nicht — und haben deshalb keine Vergleichsbasis, wenn der Händler seinen Ankaufspreis nennt.
Die relevanten Referenzmärkte für Metallschrott in Deutschland sind:
- •LME (London Metal Exchange): Referenz für NE-Metalle wie Kupfer, Aluminium, Zink und Nickel. Die LME-Kurse werden täglich aktualisiert und sind über Datendienste abrufbar.
- •Eurofer: Referenz für Stahlschrott-Preise in Europa. Der Eurofer-Preisindex bildet die Handelspreise zwischen Schrotthändlern und Stahlwerken ab.
- •Recycling Magazin / EUWID: Branchenpublikationen, die wöchentlich aktuelle Schrottpreise nach Region und Qualität veröffentlichen.
Das ICON-System integriert diese Referenzpreise automatisch und zeigt Ihnen jederzeit die aktuelle Marktbewertung Ihrer Bestände. So erkennen Sie sofort, wenn ein Händlerangebot deutlich unter Marktniveau liegt — und können fundiert nachverhandeln oder auf Direktvermarktung umsteigen.
Besonders bei volatilen Märkten ist dieses Wissen bares Geld wert: Im Jahr 2025 schwankte der Kupferpreis zwischen 7.200 und 9.100 EUR pro Tonne — eine Spanne von 26 Prozent. Wer bei einem Preis von 9.000 EUR den Händler-Ankaufspreis von 7.500 EUR akzeptiert, verschenkt nicht nur die Händlermarge, sondern verpasst auch den optimalen Verkaufszeitpunkt. Mit Echtzeitdaten zu Füllständen und Marktpreisen können Sie den Verkauf gezielt in Hochpreisphasen legen und so zusätzlich 5-10 Prozent Mehrerlös erzielen.
Der Einstieg: So starten Sie mit Direktvermarktung
Bei gemischten Fraktionen oder kleinen Mengen kann der Zwischenhandel weiterhin sinnvoll sein. e-findo berät Sie ehrlich, welcher Weg für Ihre spezifische Situation der richtige ist — auch wenn das bedeutet, dass Direktvermarktung nicht für jede Fraktion empfohlen wird.
Der Prozess beginnt mit einer kostenlosen Potenzialanalyse: Welche Fraktionen fallen bei Ihnen an? In welchen Mengen? Welche Preise erzielen Sie aktuell? Auf dieser Basis berechnen wir das konkrete Einsparpotenzial und empfehlen die optimale Vermarktungsstrategie pro Fraktion.
Kontaktieren Sie uns unter e-findo.de — damit der Ertrag aus Ihrem Schrott dort bleibt, wo er hingehört: bei Ihnen.
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Weiterführende Informationen: - Materialfluss-Tracking: Vom Container bis zum Schmelzwerk — Lückenlose Nachverfolgung Ihrer Abfall- und Wertstoffströme - Primärdaten-Erfassung für CSRD & Scope 3 — Echte Messwerte statt Schätzungen
Weiterführende Informationen
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In einem kostenlosen Erstgespräch zeigen wir Ihnen, wie e-findo Ihre spezifischen Herausforderungen löst.